Zeiss IKON Contaflex

Hin und wieder übt die analoge Fotografie einen besonderen Reiz auf mich aus.  Auch wenn man heutzutage fast nur noch digital Fotografiert ist die analoge Fotografie nicht tot. Jedoch muss ich zugeben, dass es für die analoge Fotografie immer schwieriger wird. Die Auswahl an Filmen nimmt stetig ab und der Service wird immer weiter eingeschränkt. Als ich damals mit der Fotografie angefangen habe musste man bei dm nur 2 Tage auf seine Bilder warten, heute ist es heute schon eine Woche.

Die analoge Fotografie hat aber ihren Charme, alleine dadurch, dass bei alten Kamera noch vieles selbst eingestellt werden muss und man die Entwicklung der Fotografie richtig miterleben kann. Es sind viele Modelle auf den Markt die je nach Jahrzehnt unterschiedliche Ausstattungen haben.

Eine meiner liebsten analogen Kamera ist die Contaflex von Zeiss Ikon. Das Modell was ich meine wurde in der Zeit von 1953-56 produziert. Diese Kamera spielte den aktuellen Stand der Technik wieder, hier finden sich viele Funktionen die man noch nicht mal bei den Kameras die 20 Jahre später auf den Markt kamen als Standard zu finden sind. Mit ihren 500 DM Anschaffungskosten war die Kamera allerdings auch so teuer wie ein ganzes Monatsgehalt, sofern man viel verdiente. Ich erinnere mich an eine Aussage meiner Mutter die mal gesagt hatte, dass ihr Vater eine extrem teure Kamera gekauft hatte, die hätte 80 Mark gekostet. Diese Aussage kann man gut zum Vergleich der Kosten dieser Kamera nehmen.

Als besonderes Extra findet man bei der Contaflex einen eingebauten Belichtungsmesser. Wenn man das Einstellrad auf der linken Seite auf die Zahl einstellte die auf der rechten Skala zu sehen war konnte man anhand der Werte die man dann ablesen konnte die richtige Belichtungszeit und Blende einstellen die für eine richtige Belichtung notwendig ist. Dies ist überaus praktisch, da man nicht mehr auf ein externen Belichtungsmesser angewiesen ist.

Die Contaflex I verfügt über eine feste Brennweite von 45mm die mit Blende 2,8 als sehr Lichtstark zu bezeichnen ist. Man hatte allerdings auch die Möglichkeit für 80 Mark Aufpreis einen Aufsatz (Vorsatzlinse) auf die Kamera zu setzten was die Brennweite auf 85 mm verlängerte. Allerdings riet Zeiss selbst davon ab dann mit Offenblende zu fotografieren. Frei nach dem Motto “Wir haben da was aber bitte nutze es nicht”.

Die Kamera verfügt im Sucher über einen Schnittbildmaske in der scharf gestellt werden konnte. Wenn zwischen der oberen und unteren Hälfte im Kreis eine Linie zu sehen ist, ist das Bild scharf. Die Schafstellung gelingt damit relativ gut, jedoch komme ich für meine Verhältnisse immer sehr IMG_6451schnell an die Grenze des Mindestabstandes weshalb ein Scharfstellen noch schwieriger ist. ansonsten sind die Bilder an sich knack scharf, so wie man es von Zeiss erwarten kann. Leider leidet die Schärfe heute zum einen durch vergleichsweise billige Entwicklungsverfahren und zum anderen durch das Einscannen um das Bild zu digitalisieren. Es spielt heute wieder eine große Rolle ob man selbst entwickelt oder es machen lässt.

Wirklich interessant ist meiner Meinung nach, dass die Kamera über noch keinen Rückschwingspiegel verfügt, das heißt man macht ein Foto und der Sucher bleibt schwarz. Konkret sieht das dann so aus:

Man sucht sich ein Motiv, schaut auf den Belichtungsmesser, stellt die Belichtung ein, schaut durch den Sucher, stellt scharf, drückt den Auslöser und man vernimmt ein kräftiges “KRABOM”, der Sucher ist schwarz und das Bild ist im Kasten. Spult man den Film weiter wird der Spiegel wieder nach unten gesetzt und man kann wieder durchsehen. Über einen Spannhaken verfügt die Kamera nicht, das bedeutet, dass man einen einem Rad drehen muss um den Film weiterzutransportieren.

Mir gefällt bei der Kamera, ihre Einfachheit, und ihre schlichte Optik. Die Contaflex III sowie die weiteren Nachfolgemodelle haben diese Eleganz schon nicht mehr. So hat eine Vergrößerung der Lichtfläche für die Selenezelle bei den Kameras allgemein viel an Ästhetik verloren.

Es macht einfach mehr Spaß mit einer Kamera zu fotografieren die einem schon vom aussehen her gefällt. Leider scheint das Model was ich  habe mittlerweile ihre Eigenheiten zu haben, der eingelegte Film hielt länger als er sollte, einige Bilder wurde doppelt belichtet, was eigentlich durch die Funktionsweise der Kamera recht interessant ist, den eigentlich könnte das nicht passieren. Ansonsten sind mit der analogen Fotografie immer noch tolle Fotos möglich die ihren eigenen Charme haben. Das Fotografieren dauert langer, man muss sich Motive bewusst aussuchen und das Foto vorbereiten. Schnappschüsse sind kaum möglich. Wenn man sich aber darauf einlässt stellt man schnell fest, dass man dadurch sich mit dem Motiv mehr einlässt und bewusster auf den Auslöser drückt.

Wer sich selbst mal daran versuchen möchte, die Contaflex gibt es meist schon für 50 Euro bei eBay, zu haben. Generell gilt aber hier wie auch bei anderen alten Kameras: Überprüft die Blende, diese kann mit der Zeit verharzen, wodurch sie nicht mehr geöffnet wird. Eine genauer Prüfung ist daher vorher erforderlich.

Hier einige Bilder der zweier entwickelter Filme. Gerade wenn man bei einer so alten Kamera in schwarz weiß fotografiert hat ist das ein besonderes Gefühl.

 

Hallo Blog Selectpixel

Der alte Blog ichweissnich.de ist nun zu selectpixel umgezogen. Das Design wurde überarbeitet und die alten Beiträge wurden übertragen. Ich freue mich verkünden zu können, dass ab nun der Blog unter Selectpixel weitergeführt werden kann.

Damit verbunden ist ein häufiges Update der Seite, damit es sich auch öfter mal lohnt hier vorbeizuschauen.

Der alte Blog ist noch für einige Zeit erreichbar. Ich gebe zu, ich werde das alter Banner vermissen, da es auch ein Lebensgefühl ausdrückt.Screenshot 2014-06-03 00.03.18

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Die passende Verpackung

Mindestens genausowichtig wie das Produkt selbst ist die Verpackung. Bisher habe ich dies in der Vergangenheit leider zu wenig berücksichtigt. Wenn ich Bilder herausgegeben habe waren sie meist auf einem gewöhnlichen Rohling wo ich den Namen und den Anlass mit Edding drauf geschrieben habe.

Angeregt durch einen Thread in einem Fotografieforum bin ich auf die Suche nach einer Alternative gegangen. Anbieter gibt es im Netz ja genug. Wenn man jedoch etwas besonderes haben will, wird es auf einmal schwieriger als man denkt.

Dabei ist mir ein Anbieter aufgefallen die Verpackungen bzw. Kartons nach Auftrag so erstellt wie man es braucht. Allerdings ist Problem eins dabei, dass man dabei immer noch einen DVD Rohling benötigt der nicht billig ausschaut. Problem zwei ist, dass der Anbieter nur auf Facebook aktiv zu sein scheint, etwas kompliziert.

Da man mit der Zeit gehen muss ist ein Rohling vielleicht nicht mehr die beste Wahl, weshalb ich mich für einen personalisierten USB Stick entschied. Bei den meisten Anbietern haben die bedruckten Sticks meist eine 08/15 Form, sind sehr teuer oder es wird eine Mindestabnahmemenge verlangt. Nach einigen Suchen bin ich auf einen chinesischen Anbieter gestoßen der ohne Mindestmengen auskommt und wirklich schöne USB Sticks im Angebot hat. Besonders gut haben mir dabei die USB Sticks aus Stein gefallen. Jedoch sind diese auch nicht günstig, da übersteigt der Preis schnell die Kosten/Nutzen Schwelle.

Durch Zufall bin ich auf die Seite Flashitall gestoßen. Ein kleiner Anbieter in Irland der genau das anbietet was den anderen fehlt, gute Preise, keine Mindestmengen und auf keinen Fall 08/15. Der Kontakt zum Hersteller verlief extrem gut, die Anbieterin ist wirklich sehr bemüht.

Nach der Bestellung wird eine Vorlage an die Mailadresse verschickt und nach einer kleinen Bestätigungsrückfrage ist der Stick auch schon nach 5 Tagen im Briefkasten.

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Alle drei von mir bestellten Sticks sind einzeln in Geschenkpapier eingepackt, sehr nett.

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Die kleine Box sieht edel aus und ist eine schöne Verpackung für den Stick.

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Dieser ist bei mir mit USB 3.0 und 8 GB Größe zeitgemäß. Leider ist der Stick mit 9,96 MB/s schreiben und 28,54 MB/s lesen nicht besonders schnell, jedoch kann man dies in Anbetracht des Individuellen Produktes und der Verarbeitung gut verschmerzen.

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Damit die Kappe auch nicht verloren geht ist die Innenseite Magnetisch, woduch die Kappe nicht verschlissen wird und abfallen kann. Der Preis von ist durchaus in Ordnung, weshalb dieses Produkt nun zu meiner Standardverpackung gemacht wird.

 

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Docklands Festival 2013

Ehe man sich versieht ist schon wieder ein Jahr rum und das Docklandsfestival steht wieder vor der Tür. Das Clubfestival was vor vier Jahren im Kleinen begann ist mittlerweile zu einem der größten Clubfestivals in Deutschland geworden.

Typisch für Münster beginnt das Festival  nicht dann wenn man sich überlegt rauszugehen sondern erst dann wenn man sich überlegt aus der Kneipe zu wechseln. So ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Djs die Zeit vor 23 Uhr für eine undankbare Zeit halten, zu oft spielt man da in leeren Hallen. Der erste der sich der Uhrzeit im Coconut Beach stellt ist Woody van Eyden. Vom weiten kann man schon die Beats hören die sagen: „Komm doch her, hier wirst du bleiben wollen.“ Folgt man der Einladung stellt man fest, dass sie nicht zu viel versprochen haben. Dicht gedrängt auf der trockenen Tanzfläche kann man die feiernden Leute sehen die mit dem mitgehen was über die Lautsprecher verhalt. Mitgenommen von der Musik kann man einen Woody sehen der, wie es seine Art ist, die Menge mit seiner Körpersprache mitnimmt. Er feiert sich und die Menge feiert ihn. So sieht Entertaining aus.

Das Heaven ist inzwischen so voll, dass kaum noch ein durchkommen ist, kein Wunder den Oliver Schories löst den Docklands DJ ab und zeigt was eine Party ist und wie sie funktioniert.

Kann man die DJs im Heaven und Coconut Beach noch so nahe sein, dass man ihm die Handbewegungen beobachten kann, sieht es im Jovel anders aus. Oben auf einem Podest spielt Marsimoto Soundsystem, die Musik kommt zwar an jedoch scheint er neben Woody und Oliver eher nüchterner zu sein. Lichteffekte fliegen über sein Pult hinweg, außer der Musik bekommt man von ihm kaum etwas mit. Hier merkt man schnell, da ist jemand schwer am Werkeln.

Mittlerweile hat Alex M.O.R.P.H. im Coconut Beach aufgelegt und die tanzbaren Beats von Woody scheinen vergessen. Chillige Musik die auch an Trance erinnert kommen nun über den Lautsprecher. Eigentlich hätte man auch in einem anderen Laden sein können. Dank des Regens ist das Coconut Beach immer noch so gut wie leer und die Leute drängen sich unter die Überdachungsmöglichkeiten.  Das alles ist aber kein Grund noch zu der Musik mit dem Partner zu tanzen, wie es ein Paar eindrucksvoll vor dem Dj Pult demonstriert.

Der Blick wandert nun zum Fusion wo eine meterlange Menschenmenge versucht auf das Gelände des Fusions, Favels und Conny Kramer zu gelangen. Wenn man vorher dachte das Heaven sei voll, dann war man noch nicht im Fusion. Sascha Braemer zeigt was er kann und die Menge tobt.  Unten im Conny Kramer zeigt Adam Port einer anderen Menge was es heißt einen guten Beat zu hören.

Jetzt um drei Uhr gibt Monika Kruge ihr Debüt. Sie ist eine die mit ihrer Musik mitgeht und dafür einsteht, dass wird schnell allen Anwesenden klar. Sie ist ein würdiger Nachfolger von Sascha Braemer, noch immer platzt die Halle aus allen Nähten und die gute Stimmung reißt nicht ab. Kurz nachdem Monika ihren Auftritt hat betreten Moonbootica das Pult im Jovel, die Jungs sind ein Highlight, sie leben die Musik. War Marimoto Soundsystem passiv erlebt man hier was aktive Musik ist. Die Rhythmen gehen unter die Haut und werden durch ein Anfeuern der Djs noch weiter unterstützt, eigentlich will man hier nicht mehr weg.

Im Heaven merkt man mittlerweile, dass fünf Uhr ist, von der einst so vollen Halle sind nur noch ein Bruchteil anwesend. Das ist aber kein Grund für George Morel einen Gang runter zu schalten sondern die Gute Laune weiterhin auf einem hohen Niveau zu verbreiten und auf die Menge einzugehen, einfach ein sympathischer Typ.

Nach einer Party der Superlative kommen einen die Auftritte von Format:B und UMEK wie ein normales Clubevent vor, nette Beats. Wie Marimoto Soundsystem scheinen sie nüchtern vertieft bei der Arbeit zu sein, Zusätzlich die Menge zu unterhalten scheint nicht so recht ihrs zu sein, Schade. Mittlerweile haben die meisten Clubs schon ihre Pforten geschlossen. Nur noch am Hawerkamp geht die Party für den der noch kann bis 12 Uhr weiter. Da kann man nur hoffen, dass der Weg nach Hause vom Gelände des Fusions einfacher sein wird als der Zugang. Die Wartezeiten beim Einlass waren mehr als inakzeptabel. Hier offenbart sich eine Schwäche in der Organisation, die im nächsten Jahr hoffentlich gelöst sein wird, denn ob man nächstes Jahr wieder dabei sein wird: Auf jeden Fall.

 

 

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GEBALLERMANN 666 im Amp

Mein erstes Konzert in diesem Jahr fand im Amp statt, eingeladen wurde ich dieses mal wieder von “Thy Summerdays Tragedy” die im Amp in Münster ebenfalls ihr erstes Konzert in diesem Jahr hatten. Kurzum, das Licht war so bescheiden wie der Ton, die Stimmung und die Jungs waren aber wieder ganz oben :-)

 

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Partyfotografie

Die Partyfotografie ist die einfachste Möglichkeit für junge Menschen Erfahrungen Auftragsarbeit in der Fotografie zu sammeln. Den Zugang zur Partyfotografie bekommt man durch die Anmeldung bei einem Partyportal und einer Bewerbung dort als Fotograf. Es wird damit geworben, dass man als Partyfotograf die Möglichkeit hat Kontakte aufzubauen und neue Erfahrungen in den Bereich der Fotografie zu sammeln. Diese Versprechen und der freie Eintritt zu einer Party sind Gründe für den teilweise recht hohen Zulauf dieser Partyportale. Die Kriterien um als Fotograf zu arbeiten sind nicht sonderlich hoch, eine hohe Motivation ist  wichtiger als ein gutes fotografisches können.

Eine andere Möglichkeit zum Zugang dieser Fotografie ist direkt bei einem Club bzw. Diskothek beschäftigt zu werden. Diese achten jedoch, anders als die Partyportale, darauf, dass der neue Mitarbeiter schon Erfahrungen in der Fotografie hat und in der Lage ist die Wünsche und den Stil der Verlangt wird umzusetzen. Durch die niedrige Zugangsvoraussetzung einer Partyinternetseite, ist die Partyfotografie in der Fotografie nicht sonderlich gut angesehen, da die Fotografen meist wenig bis gar keine Erfahrung mit der Fotografie haben. Die Partyfotografie hat dadurch oft den Ruf des Knipsens als des Fotografierens, da eine Auseinandersetzung mit dem Motiv sowie die Verfolgung eines wiedererkennenden Konzeptes meist nicht zu erkennen ist.

Genauso wenig wie unter Fotografen die Partyfotografie gewürdigt wird, wird sie unter den Partygästen gewürdigt. Die fotografierten Leute wollen meist einfach nur gut aussehen und zu erkennen sein. Ihnen ist es in der Regel der Hintergrund des Fotos egal, genauso ob eine tolle Perspektive gewählt wurde oder ob der Bildaufbau stimmt. Sie sind Laien und schon mehr als zufrieden wenn ein Foto anders aussieht als wenn sie es mit ihrer kleinen Kamera gemacht hätten. Dies muss man sich in der Partyfotografie bewusst werden.

 

Das Vorgehen in der Partyfotografie ist meist immer gleich, oft muss man aktiv die Leute ansprechen, desto älter das Publikum desto mehr muss man selbst die Initiative ergreifen um ein Foto machen zu dürfen. Bei einem jungen Publikum hingegen reicht es oft schon aus nur die Kamera zu zeigen, Schüchternheit ist generell fehl am Platz. Die Initiative muss vom Fotografen ausgehen können, dazu darf man keine Hemmungen haben, daran scheitern viele.

Wichtig ist Respekt dem anderen Gegenüber, d.h. das Foto sollte anschließend gezeigt werden damit die Personen sich von dem Foto überzeugen können und die Arbeit nicht im Unklaren gelassen wird. Wenn man aufgefordert wurde das Foto zu löschen sollte man dieser Aufforderung nachkommen, andernfalls bereitet einen dies nur unnötigen Ärger.

Wenn man einen Club öfter besucht kann man sich auf den Ort einstellen, das Arbeiten wird wesentlich angenehmer, man kann seinen Zeitbedarf besser einschätzen, kennt das Publikum und weiß wo man gute Fotos machen kann. Der Auftraggeber Partyportal und Club haben unterschiedliche Interessen, die Community möchte viele Klicks auf die Bilder haben, daher ist es wichtig möglichst viele Leute zu fotografieren. Der Club hingegen möchte Fotos haben wo die Stimmung und die Party gut zu sehen ist. Diese beiden Ziele stehen zwar nicht im Widerspruch, jedoch ist durch die Vorgabe des Clubs möglich Fotos von Personen zu machen die nicht wissen, dass sie fotografiert wurden oder auch nicht zu erkennen sind. Es ist alles Erlaubt was den Club darstellen läßt. Die Hausordnung weist die Gäste meist drauf hin, dass Fotos gemacht und veröffentlicht werden, daher muss nicht jedes Foto von der Person durch das zeigen genehmigt werden.

img_2775Bilder die im Automatikmoduus gemacht wurden zeigen zwar die Person gut aber von der Stimmung bekommt man meist nicht viel mit.

 

Anders als bei Tageslicht, bedarf das Fotografieren bei wenig Licht, mehr Wissen über die Möglichkeiten der Kamera, sofern man Bilder erstellen möchte die anders aussehen sollen als bei einer Kompaktkamera. Die Kameraeinstellung ist dabei das A und O. Viele Partyfotografen verlassen sich mangels Wissen der Fotografie, auf die Automatik der Kamera, dies ist den Fotos auch sofort anzusehen. Die Kameraeinstellungen alleine machen jedoch noch kein gutes Foto aus, wichtig sind auch Perspektive und Bildaufbau. Man darf dabei nicht in seine Routine verfallen sondern muss den Mut aufbringen etwas Neues auszuprobieren. Hilfreich ist dabei wenn man die Leute etwas motivieren kann und sie nicht wie einen leblosen Gegenstand einfach abfotografiert, Motivation ist dabei die Devise. Bevor man eine Gruppe oder Person anspricht sollte man sich schon Gedanken gemacht haben wie in groben Zügen das Foto auszusehen hat. Wichtig in Clubs ist der Hintergrund, dieser zeigt von der Stimmung vor Ort. Möchte man wenig Anweisungen geben und schnell viele Bilder machen, dann ist die Seite von der man die Personen anspricht mitentscheidend. Die fotografierten Personen machen sich keine Gedanken über den Hintergrund, darum drehen sie sich zum Fotografen hin, damit ist der Hintergrund immer automatisch festgelegt. Um die Arbeit des Dirigierens zu minimieren und Zeit zu sparen, sollte man daher die Personen von der Gegenüberliegenden Seite ansprechen was man gerne als Hintergrund haben möchte.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass man um den manuellen Modus der Kamera nicht herum kommt. Die Werte Blende 4, Iso 800-1600, Verschlusszeit 1/5, ein Autofokusfeld aktiviert, haben sich als eine gute Grundeinstellung herausgestellt. Die Blende 4 sorgt dafür, dass auch Gruppen noch relativ scharf aufgenommen werden und relativ viel Licht auf den Sensor fällt. Bei Blende 2.8 kann es schon zu Problemen mit der Schärfe kommen, gerade bei Vollformatkameras. Die Verschlusszeit von 1/5 ist notwendig um noch genug Umgebungslicht einzufangen, das Bild natürlich wirken zu lassen und der Blitz nicht als Hauptlichtquelle dominiert. Normalerweise wäre das Foto bei einer solchen Verschlusszeit verwackelt, jedoch sorgt der Blitz dafür, dass das Motiv „eingefroren“ wird und scharf abgebildet wird. Bilder die im automatischen Modus aufgenommen werden zeigen sich typischer Weise durch einen schwarzen Hintergrund, oder durch eine viel zu lange Belichtungszeit. Entweder ist dann von der Partystimmung nicht zu sehen oder das Bild ist durch die Verschlusszeit verwackelt und unscharf. Diese empfohlene Grundeinstellung muss man je nach Situation anpassen, je nach Situation des Umgebungslichtes muss die Verschlusszeit verkürzt oder die Blende erhöht werden. Es empfiehlt sich die Blende so zu lassen und nur die Verschlusszeit anzupassen, da der Hintergrund sonst zu scharf wird und die Personen sich nicht mehr davon abheben.

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  Gerät beim fotografieren der Scheinwerfer ins Bild ist von den Personen auf die der Scheinwerfer trifft nicht mehr viel zu erkennen. Ähnlich ist es wenn man zu weit weg ist oder es zu hell geworden ist. In diesem Fall kann der Blitz das Motiv nicht mehr einfrieren und die Personen werden unscharf.

 

Nicht nur auf die Werte der Kamera muss geachtet werden sondern auch auf das Umgebungslicht. Trifft ein Scheinwerfer direkt auf die Personen, muss die Verschlusszeit unbedingt korrigiert werden. Der Scheinwerfer ist in der Regel heller als der Blitz. Durch die längere Verschlusszeit ist der Blitz nicht mehr in der Lage das Motiv an dieser Stelle einzufrieren, das Resultat ist eine Unschärfe in diesem Bereich. Ähnliches kann auch beobachtet werden wenn das Motiv zu weit weg ist. Hierbei ist der Blitz ebenfalls nicht in der Lage das Motiv einzufrieren und es wird unscharf.

Ein externer Blitz ist unbedingt anzuraten, da er eine Reihe von Vorteilen aufweist: Er ist  stärker als der interne Blitz, man kann ihn direkter Ansteuern wodurch die Kontrolle über den Blitz erhöht wird und im Weitwinkelbereich kommt es zu keinen unteren Abschattungen durch das Objektiv und das Foto wird besser ausgeleuchtet. Hinzu kommt, dass der externe Blitz durch seine erhöhte Position und Abstand zum Objektiv die Anzahl der Bilder mit roten Augen reduziert. In dunklen Umgebungen versagt meist der Autofocus, durch das integrierte Autofocuslicht des Blitzes ist eine Scharfstellung einfacher und schneller möglich als ohne externen Blitz. Man hat die Möglichkeit das Licht zu variieren, indem man nach oben oder zur Seite blitzt, dadurch sind andere Bildwirkungen möglich als mit dem internen Blitz.

Wie bei der Kamera kann man mit etwas fotografischen Wissen auch den Blitz gezielter  einsetzten um ein Foto zu erhalten wie man es sich vorgestellt hatte. Möchte man z.B. den ganzen Club im Überblick fotografieren, ist die Lichtmessung durch das Fehlen einer Reflexionsfläche gestört. Die Folge ist, dass der Blitz mit falschen Werten angesteuert wird und die Blitzleistung zu hoch ist. Durch eine manuelle Einstellung der Blitzleistung wird dieser Fehler behoben. Bei einem Blitz mit der Leitzahl 42 reicht für den Überblick meist eine Leistung von 1/32 und eine 45 Grad Position um das gewünschte natürliche Ergebnis zu erzielen. Erhöht man den Isowert der Kamera kann mehr Umgebungslicht aufgenommen werden und die Reichweite des Blitzes weiter erhöht werden.

img_53487Mit Blitzvorsätzen kann man ganz eigene Effekte erzielen. In disem Fall wird das Motiv direkt angeblitzt und das Licht fällt an den Rändern ab. Disen Effekt mag ich besonders bei dunklen Clubs da man dadurch einen besseren Eindruck von der Lichtsituation bekomme. Ähnliches gilt auf der Tanzfläche, da wird nur das Hauptmotiv angeleuchtet.

 

Häufig sieht man Partyfotografen die auf den Blitz etwas draufgesteckt haben, damit soll erreicht werden, dass man ähnliche Lichtverhältnisse wie im Studio erhält: weicheres Licht. Diese Hilfsmittel sind in ihrer Wirkung umstritten, da für weicheres Licht die Abstrahlfläche des Blitzes zu klein ist. Jedoch sind diese Lichtformer wie ein Omnibounce nicht generell abzulehnen. Man hat bei einem Bouncer die Möglichkeit selbst bei einem Blitz der 90 Grad nach oben geneigt ist ein ausgeleuchtetes Motiv zu bekommen da durch die weiße Fläche des Bouncers noch etwas Licht nach vorne kommt. Indirektes Licht wirkt in der Regel natürlicher als direkt geblitzte Motive. Die Bildwirkung kann dadurch verändert werden.

Häufig wird behauptet man solle den Blitz auf den 2. Vorhang stellen, da dadurch die Bilder besser werden, in der Praxis ist dies jedoch für diese Art der Fotografie vollkommen irrelevant, da bei einer Bewegung z.B. eines Armes vollkommen egal ist ob die Unschärfespuren rechts oder links sind, die Bewegungsrichtung ist egal.

Als Praxistauglich hat sich bei einer längeren Belichtungszeit die Einstellung auf den 1. Vorhang erwiesen, da die Personen beim 1. Blitz bei der 2. Vorhang Einstellung davon ausgehen, dass das Foto gemacht wurde und aus dem Foto gehen. Wird das 2. mal geblitzt kann es vorkommen, dass man kein Motiv mehr hatte.

Ein weiterer Tipp den man oft liest ist die Verwendung von Folien, die Leefolie 204 bzw. 205 wird oft empfohlen. Dabei wird diese Folie vor den Blitz gesteckt und der Weißabgleich des Blitzes auf „Kunstlicht“ gestellt. Ziel dabei ist es, die Farbtemperatur des Lichtes mit dem der Glühbirnen im Club anzupassen. Die Glühbirnen erscheinen weiß und das Foto wird allgemein als wärmer wahr genommen. Jedoch kann das weiße Licht wiederum bei einigen Fotos als zu „kalt“ war genommen werden, wodurch die Folie eher schadet als nützt. In der Praxis jedoch überwiegt der Vorteil: ein rot ausgeleuchteter Hintergrund erscheint nicht mehr so dominant, das Foto sieht natürlicher aus. Ein weiterer Vorteil ist, das der Weißabgleich durch die manuelle Korrektur, meist richtig eingestellt ist. Man sich keine Gedanken darum machen muss ob die Bilder nicht zu kalt oder warm werden, dass Ergebnis ist beeinflussbar. Oft trifft man auch Fotografen die zwar keine Folie benutzen aber ebenfalls einen festen Weißabgleich eingestellt haben, dieser steht meist auf „bewölkt“. Die Idee dahinter ist ebenfalls ein gleiches Ergebnis in der Farbtemperatur zu erhalten. Bei geblitzten Fotos auf diesen Weißabgleich sorgt dafür, dass die Fotos „wärmer“ werden, was häufig als angenehmer empfunden wird als reines weiß.

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Umhang

Lange ist der letzte Eintrag her, eigentlich zu lange… Grund genug mir am Sonntag mal wieder mein Lieblingsmodel zu schnappen und ein paar Fotos zu machen. Sie sagte das sei kein Problem so lange man 2nicht nur so drauf los knippst”. Dem kann ich nur zustimmen, man macht dann zwar viele Fotos, jedoch ist es auch sehr schwierig weil man sich für das einzelne nicht genug Zeit nimmt. Ich wollte eine Idee umsetzten die mir schon länger im Kopf rumschwirr, dafür habe ich mir auf eBay einen Umgang besorgt. (Der ist toll, ich bin echt in Versuchung ihn auch in der Freizeit anzuziehen. ) Die Idee dahinter war ein etwas anderes Portrait zu machen, aber schaut selbst. Wie man an der Bildanzahl sieht kommen bei einem konkreten Foto was man vor Augen hat wesentlich weniger Fotos bei raus, die man zeigen kann. Das ist nichts schlechtes sondern das eigentliche Ziel.

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KZ-Dachau


Ich glaube an den Himmel und die Hölle, ich glaube auch, dass beides irdisch sein kann.“ (aus dem Film 1492)

1m3_02151 Im Rahmen einer Deutschlandtour habe ich mir mal die KZ-Gedenkstätte in Dachau angeschaut. Eigentlich hatte ich etwas Hemmungen dort hinzufahren, da das Thema Judenverfolgung und 2. Weltkrieg zu meiner Schulzeit so intensiv besprochen worden ist, dass ich  den Eindruck hatte, dass ich neue relevante Erkenntnisse nicht mehr gewinnen könnte. Die Thematiken in der Schule gingen von den Anfängen der NSDAP bis hin zu den Lebensläufen der Beteiligten (ich hatte zumindest das gefühlt). Daher hatte ich auch nach der Schulzeit keine Lust mehr, mich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzten, ich mied förmlich das Thema.

Den Stein des Anstoßes für die Besichtigung der Gedenkstätte gab mir der Besuch einer Bekannten aus Hongkong in Deutschland. Sie wollte die Gedenkstätte gerne besichtigen und ich wollte ihren Wunsch gerne nachkommen. Ich erwartete dort eine kleine Anlage vorzufinden, in der man das zu sehen bekommt was man bestimmt schon oft genug auf Fotos oder im Fernsehen gesehen hat. Wirklich neues erwartete ich demzufolge nicht. Wie sehr ich mich doch damit geirrt hatte… Die Ausstellung dort war sehr informativ und geht über dies hinaus was man meist reißerisch oder polemisch im Fernsehen gesehen hat. Das Thema KZ-war im 3.Reich etwas komplexer als allgemein dargestellt. Neben den informativen Aspekt kam dort eine emotionale Stimmung auf die nur schwer in Worte gefasst werden kann, man muss einmal selbst vor Ort gewesen sein um einen richtigen Eindruck davon zu erhalten.

Es ist eine beklemmende und auch traurige Begegnung.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass diejenigen die mit diesem Thema ein Problem haben sich besser auf die Bilder beschränken und nicht weiterlesen sollten.

Der Zutritt zum Gelände erfolgt durch eine kleine Tür auf der die Worte „Arbeit macht Frei” zu lesen sind. Anders als in Ausschwitz, dessen Tor man immer wieder auf Fotos sieht sind diese Worte jedoch nicht über den Tor angebracht sondern befinden sich direkt im Tor. Nach durchschreiten der Tür befindet sich auf der rechten Seite das ehemalige Wirtschaftsgebäude wo sich eine Dauerausstellung über die Geschichte des KZs zu finden ist. Die Ausstellung wird für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen… aus gutem Grund. Die Bilder an den Schautafeln können teilweise verstörend wirken. Die Bilder sind aber nicht das eigentliche verstörende was man dort mitbekommt, wesentlich plastischer sind die Beschreibungen über das Leben im KZ. Die Ausstellung ist sehr informativ, es findet sich neben der Geschichte des KZ von den Anfängen bis zur Schließung  ebenfalls eine Umfassende Beschreibung über das Leben und Ziele des KZ. Beides hatte seine Höhen und Tiefen. Wobei mit Höhen gemeint ist, dass das KZ nicht immer als Hinrichtungsstätte gesehen wurde und auch Insassen durchaus entlassen wurden. Darüber hinaus finden sich auch Informationen über die Struktur des KZ, wirtschaftliche Faktoren, Bestrafungen, Ziel des KZ (komplexer als meist im Film dargestellt) und die Jahre nach dem Krieg. Im Filmen wird das Thema KZ meist sehr punktuell dargestellt und liefert daher keinen wirklich umfassenden Blick auf das Geschehen.

 

Geschichte

In den ersten Jahren war das KZ hauptsächlich für politische Gefangene, daher war es auch möglich, dass man aus den KZ entlassen werden konnte. Die Arbeit der Insassen war für das Deutsche Reich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, weshalb die KZ am Ende des Krieges geräumt wurden und lange Totenmärsche in Kauf genommen wurden, man wollte nicht einfach auf die Arbeitskraft der Häftlinge verzichten. Die Arbeit in den KZ änderte sich im Laufe der Zeit, gerade in den Anfängen des KZ sollten die Häftlinge sinnlose Arbeit verrichten um deren Willen und Geist zu brechen. Die Arbeit war nicht nur innerhalb des KZ beschränkt sondern einige Häftlinge konnten auch außerhalb des KZs arbeiten, meist war dies im nächstgelegenen Ort, wo sie aushalfen. KZ Häftlinge wurden auch für die Vorbereitungsarbeiten der deutschen Siedler in den neuen Gebieten verpflichtet. Mit den Jahren wurden die Haftbedingungen immer schlechter, da die Anlage immer mehr Häftlinge fassen musste und das Leben der Häftlinge immer weniger Wert war. Dies sollte sich 1942 ändern. Die Haftbedingungen sollten sich verbessern, da man auf die Arbeitskraft der Häftlinge nicht verzichten konnte und wollte. Jeder der Arbeiten konnte wurde gebraucht. Kamen neue Arbeiter in das Lager wurde aussortiert zwischen denen die arbeiten konnten und die die es nicht können. Gehörte man zur letzteren Gruppe hatte man im Lager nur ein sehr kurzes Leben, da diese Leute überflüssig waren. Diejenigen die arbeiten konnten hatten jedoch keine besonders guten Aussichten, das Essen war so Vitamin- und Nährstoffarm, dass der körperliche Verfall sehr schnell eintrat.

 

Die Strafen

Hinter dem Wirtschaftsgebäude gelangt man zum Bunker. Der Bunker diente als eine gesonderte Abteilung im KZ wo Häftlinge die gegen die Regeln im KZ verstießen in Einzelhaft eingesperrt wurden. Bei einem besonders schweren Vergehen musste man in einer speziellen  Zelle mehrere Stunden stehend verbringen, die Zellen waren so eingerichtet gewesen, dass man keine Gelegenheit hatten eine andere Körperposition einzunehmen als stehend, was schon mal 20 Std. sein konnten.

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 Der Bunker von innen

 

Eine andere sehr beliebte Strafe waren Schläge mit dem Stock, dabei musste der Wachmann mit einem Ochsenziemer so kräftig wie er konnte auf das Gesäß des Häftlings schlagen und “langsam, langsam” machen, schließlich sollte er die Strafe genießen. Dabei sollte der Wachmann in der Lage gewesen sein „genüsslich“ seine Zigarette zu rauchen. Derjenige der die Schläge abbekam musste laut mitzählen, verzählte er sich, sprach undeutlich oder war nicht zu hören, wurde von vorne angefangen. Wenn man sich vorstellt, dass man bei solchen Schlägen wegen der schmerzen kaum noch in der Lage ist sich auf die Zahlen oder die Stimme zu konzentrieren, dann muss man sich klar werden, dass dies oft vorkam. Die Anzahl der Schläge überstieg daher teilweise deutlich die verordnete Anzahl an Schlägen. Im KZ gab es ebenfalls eine Musikgruppe die aus Gefangenen bestand, diese mussten u.a. bei der Prügelstrafe für die musikalische Begleitung sorgen.

 1m3_02070Im Bunker wurden in einen speziellen Bereich ebenfalls Priester untergebracht 

Die Anlage

Allgemein war ein Leben im KZ nicht viel Wert, die Wachmannschaft entschied über Leben und Tod, selbst darüber wer Krank ist und wer nicht. Nur selten durfte jemand den Arzt aufsuchen. Befand sich unter den Insassen ein Arzt durfte er nicht helfen. Die Anlage war für 6000 Personen angelegt worden, jedoch waren dort teilweise mehr als 40.000 Insassen eingesperrt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich auch Seuchen ausgebreitet haben. Das KZ Dachau war später Judenfrei und ein Ort für politische Häftlinge, Homosexuelle, geistig Behinderte, Querulanten oder andere unerwünschte Personen.

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links: Der Waschbereich in den Baracken, rechts: Schild auf dem Gelände

Auf dem Gelände ist nur noch eine Baracke zu sehen die jedoch nicht aus der KZ Zeit stammt sondern später rekonstruiert wiederaufgebaut wurde. Die Baracken der Gefangenen waren, wie man vielleicht aus Filmen zu entnehmen glaubt, nicht schmutzig oder ein Ort wo jeder machen konnte was er wollte, sondern es herrschte Zucht und Ordnung. Es durfte nichts rumliegen was nicht rumliegen darf, die Bettdecken mussten penibel ordentlich nach dem Muster ausgerichtet werden, keine Falte durfte diese Ordnung unterbrechen, andernfalls gab es harte Strafen. Die Vorgabe war „die deutsche Gründlichkeit“, dies bedeutete keine Abweichung was das Bild stören könnte. Ein Augenzeugenbericht beschrieb die Fläche vor den Baracken als so sauber und perfekt, dass es schon beängstigend war, unnatürlich. In Dachau hatten die Priester unter den Gefangenen eine Sonderrolle, sie verfügten über Sonderprivilegien und ihre Baracken durfte kein anderer Häftling betreten. Durch diese Sonderstellung ernteten sie meist Missgunst unter den anderen Gefangengen. Eine mit Steinen durchnummerierte Grundfläche deutet heute nur noch an wo die Baracken damals standen.

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Die Baracken existieren schon lange nicht mehr, nummerierte Steine und eine freie Fläche erinnern noch daran

 

Am Ende der Anlage befinden sich einige Kapellen, eine Kirche und ein jüdisches Mahnmal. Noch erhalten aus der Zeit ist das Krematorium wo die Leichen verbrannt wurden. Die Leichenverbrennung wurde notwendig um die Todesursache zu verbergen. Es konnten keine Nachforschungen zu der Todesursache durchgeführt werden, da eine Autopsie unmöglich war. Ein Staatsanwalt der einmal Nachforschungen zu einem Tod  eines Insassen durchgeführt hatte wurde strafversetzt und Mundtot gemacht, man wollte ebenfalls solch einen Vorfall für die Zukunft vermeiden, nichts sollte zu finden sein.

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Der Eingang zum jüdischen Mahnmal

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links: Detailaufnahme vom Eingang, rechts: Zaun vom Zugang

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Das Mahnmal von Innen (Blick nach oben)

 

Das Krematorium

Das Krematorium diente gleichzeitig als Hinrichtungsstätte. Wer zum Tode verurteilt wurde kam direkt zum Krematorium wo die Todesstrafe direkt vollzogen wurde. Vor den Öfen befinden sich unterschiedliche Räume die die Menschen zur industriellen Tötung passieren mussten. Im ersten Raum wurde sich ausgezogen, wo man dann in die „Duschräume“ direkt daneben gebracht wurde.

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“Duschräume” rechts ist in der Wand der Wasseranschluss zu erkennen und die Atrappen in der Decke

Bis zu 150 Personen fasste dieser Raum, (oben kann man noch die Brauseattrappen sehen), durch Schächte von außen wurden dann die Zyklon B Kristalle eingelassen.

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Der Blick von der anderen Seite, dort wurden die Kristalle eingelassen. Rechts: Blick von draußen

Es ist ein unbeschreiblich trauriges Gefühl wenn man in diesem Raum steht und sich darüber klar wird was dort passiert ist. Verängstigte Menschen stehen dort dicht an Dicht gedrängt und wissen nicht was los ist, Kinder schreien, manche weinen. Man hört ein lautes Geräusch und die Zyklon-B Kristalle werden eingelassen, das Gas beginnt sich im Raum zu verteilen, die ersten Beginnen nach Luft zu ringen, Panik bricht aus. Wie viele müssen versucht haben durch die verschlossenen Stahltüren zu gelangen. Sie versuchen mit ihren Fingernägeln sich einen Weg durch die Wand oder Tür zu graben, die Fingernägel blutig ringen sie nach Luft, die Atemfrequenz erhöht sich, wodurch noch mehr Gas in die Lugen gelangt. Das Schaben wird stärker, die Schreie leiser. Langsam hört der Widerstand auf, nach 20 Minuten ist es ruhig, sehr ruhig. Durch eine Luke konnte von außen nachgesehen werden ob wirklich alles still ist. Der Raum ist voll von Blut und Fäkalien. Die Leichen wurden im Nebenraum gebracht um sie später zu verbrennen. Mit Hilfe eines Wasseranschlusses direkte im Raum kann der  Raum des Todes mit einem Wasserschlauch sauber gemacht werden, damit für die nächsten 150 Personen die Tarnung wieder stimmt. Erst gab es auf dem Gelände zwei Öfen, die hinterher durch vier weitere erweitert wurden. Jeder Ofen fasste bis zu drei Leichen, so dass in den sechs Öfen bis zu 18 Leichen gleichzeitig verbrannt werden konnten.

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 Die Brennöfen sind noch vollständig erhalten

Ebenfalls noch erhalten sind die Wachtürme in der Anlage, dort galt der Schießbefehl. Die Wachen mussten sofort Scharf schießen, sobald der Häftling der Zone zu nahe kam. Ein Warnschuss durfte nicht abgefeuert werden, sondern er war sofort zu erschießen. Der Wachhabende hatte schwere Strafen zu befürchten wenn er dem Befehl nicht nachkam. Allgemein kam er jedoch bei einer Erschießung straffrei davon. Die Bedingungen im Lager waren so unbeschreiblich, dass am Todesgraben nicht nur Flüchtlinge erschossen wurden sondern auch Häftlinge die ihrem Leid ein Ende machen wollten. Manch einer hielt es nicht mehr aus und ging langsam auf den Zaun zu…

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Die Anlage, die Türme sind ebenfalls noch erhalten

Ich habe mich bei meinen Fotografien auf die Motive beschränkt die meiner Meinung nach nicht immer zu finden sind, Fotos und Bilder von den Betten oder der kompletten Anlage hat man meist schon oft genug in Fernsehen oder in Berichten gesehen.  Meine Bekannte meinte, dass sie diese Anlage an die Flüchtlingcamps in China für die Flüchtlinge während des Vietnamkrieges erinnert. Das zeigt, dass wir Deutschen nicht die Einzigen sind die solche Anlagen bauen und dass so etwas wie Dachau wieder geschehen kann, davon kann sich niemand freisprechen. Umso wichtiger ist, dass dieses Elend und Ungerechtigkeit die in den KZs vorgefallen sind nicht vergessen werden, wehret den Anfängen.

 


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Joker

Momentan bin ich ja eher selten auf Events zu finden, dafür mache ich aber in letzter Zeit mehr andere Sachen, wie z.B. Shootings.  Bei meinem letzten Shooting konnte ich mit einer Bekannten ein nettes Thema umsetzen: Joker.

Die Idee dazu kam uns beiden im Chat. Sie, der Batmanfan, wollte mal Bilder von sich haben wollte wo man ihre Tattoos sehen kann.  Dies war dann auch mal die Gelegenheit einen, für mich, neuen Lichtformer zu nutzen. Die Bilder wurden mit einem Beauty dish mit Wabe gemacht wobei ich sagen muss, dass ich das Licht recht ansprechend finde, ich denke ich werde in Zukunft noch öfter was damit machen. Ebenfalls neu für mich war das komplette verzichten auf einen zweiten Blitz, da er noch zur Reparatur ist… ich vermisste ihn doch schon etwas.