Zeiss IKON Contaflex

Hin und wieder übt die analoge Fotografie einen besonderen Reiz auf mich aus.  Auch wenn man heutzutage fast nur noch digital Fotografiert ist die analoge Fotografie nicht tot. Jedoch muss ich zugeben, dass es für die analoge Fotografie immer schwieriger wird. Die Auswahl an Filmen nimmt stetig ab und der Service wird immer weiter eingeschränkt. Als ich damals mit der Fotografie angefangen habe musste man bei dm nur 2 Tage auf seine Bilder warten, heute ist es heute schon eine Woche.

Die analoge Fotografie hat aber ihren Charme, alleine dadurch, dass bei alten Kamera noch vieles selbst eingestellt werden muss und man die Entwicklung der Fotografie richtig miterleben kann. Es sind viele Modelle auf den Markt die je nach Jahrzehnt unterschiedliche Ausstattungen haben.

Eine meiner liebsten analogen Kamera ist die Contaflex von Zeiss Ikon. Das Modell was ich meine wurde in der Zeit von 1953-56 produziert. Diese Kamera spielte den aktuellen Stand der Technik wieder, hier finden sich viele Funktionen die man noch nicht mal bei den Kameras die 20 Jahre später auf den Markt kamen als Standard zu finden sind. Mit ihren 500 DM Anschaffungskosten war die Kamera allerdings auch so teuer wie ein ganzes Monatsgehalt, sofern man viel verdiente. Ich erinnere mich an eine Aussage meiner Mutter die mal gesagt hatte, dass ihr Vater eine extrem teure Kamera gekauft hatte, die hätte 80 Mark gekostet. Diese Aussage kann man gut zum Vergleich der Kosten dieser Kamera nehmen.

Als besonderes Extra findet man bei der Contaflex einen eingebauten Belichtungsmesser. Wenn man das Einstellrad auf der linken Seite auf die Zahl einstellte die auf der rechten Skala zu sehen war konnte man anhand der Werte die man dann ablesen konnte die richtige Belichtungszeit und Blende einstellen die für eine richtige Belichtung notwendig ist. Dies ist überaus praktisch, da man nicht mehr auf ein externen Belichtungsmesser angewiesen ist.

Die Contaflex I verfügt über eine feste Brennweite von 45mm die mit Blende 2,8 als sehr Lichtstark zu bezeichnen ist. Man hatte allerdings auch die Möglichkeit für 80 Mark Aufpreis einen Aufsatz (Vorsatzlinse) auf die Kamera zu setzten was die Brennweite auf 85 mm verlängerte. Allerdings riet Zeiss selbst davon ab dann mit Offenblende zu fotografieren. Frei nach dem Motto “Wir haben da was aber bitte nutze es nicht”.

Die Kamera verfügt im Sucher über einen Schnittbildmaske in der scharf gestellt werden konnte. Wenn zwischen der oberen und unteren Hälfte im Kreis eine Linie zu sehen ist, ist das Bild scharf. Die Schafstellung gelingt damit relativ gut, jedoch komme ich für meine Verhältnisse immer sehr IMG_6451schnell an die Grenze des Mindestabstandes weshalb ein Scharfstellen noch schwieriger ist. ansonsten sind die Bilder an sich knack scharf, so wie man es von Zeiss erwarten kann. Leider leidet die Schärfe heute zum einen durch vergleichsweise billige Entwicklungsverfahren und zum anderen durch das Einscannen um das Bild zu digitalisieren. Es spielt heute wieder eine große Rolle ob man selbst entwickelt oder es machen lässt.

Wirklich interessant ist meiner Meinung nach, dass die Kamera über noch keinen Rückschwingspiegel verfügt, das heißt man macht ein Foto und der Sucher bleibt schwarz. Konkret sieht das dann so aus:

Man sucht sich ein Motiv, schaut auf den Belichtungsmesser, stellt die Belichtung ein, schaut durch den Sucher, stellt scharf, drückt den Auslöser und man vernimmt ein kräftiges “KRABOM”, der Sucher ist schwarz und das Bild ist im Kasten. Spult man den Film weiter wird der Spiegel wieder nach unten gesetzt und man kann wieder durchsehen. Über einen Spannhaken verfügt die Kamera nicht, das bedeutet, dass man einen einem Rad drehen muss um den Film weiterzutransportieren.

Mir gefällt bei der Kamera, ihre Einfachheit, und ihre schlichte Optik. Die Contaflex III sowie die weiteren Nachfolgemodelle haben diese Eleganz schon nicht mehr. So hat eine Vergrößerung der Lichtfläche für die Selenezelle bei den Kameras allgemein viel an Ästhetik verloren.

Es macht einfach mehr Spaß mit einer Kamera zu fotografieren die einem schon vom aussehen her gefällt. Leider scheint das Model was ich  habe mittlerweile ihre Eigenheiten zu haben, der eingelegte Film hielt länger als er sollte, einige Bilder wurde doppelt belichtet, was eigentlich durch die Funktionsweise der Kamera recht interessant ist, den eigentlich könnte das nicht passieren. Ansonsten sind mit der analogen Fotografie immer noch tolle Fotos möglich die ihren eigenen Charme haben. Das Fotografieren dauert langer, man muss sich Motive bewusst aussuchen und das Foto vorbereiten. Schnappschüsse sind kaum möglich. Wenn man sich aber darauf einlässt stellt man schnell fest, dass man dadurch sich mit dem Motiv mehr einlässt und bewusster auf den Auslöser drückt.

Wer sich selbst mal daran versuchen möchte, die Contaflex gibt es meist schon für 50 Euro bei eBay, zu haben. Generell gilt aber hier wie auch bei anderen alten Kameras: Überprüft die Blende, diese kann mit der Zeit verharzen, wodurch sie nicht mehr geöffnet wird. Eine genauer Prüfung ist daher vorher erforderlich.

Hier einige Bilder der zweier entwickelter Filme. Gerade wenn man bei einer so alten Kamera in schwarz weiß fotografiert hat ist das ein besonderes Gefühl.

 

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